Suche
Suche Menü

Arbeiten Sie an Ihrem Wiedererkennungswert?

Auf der Galerienmesse Paris Photo stand ich vor einem wunderschönen großen Abzug eines Fotos von Irving Penn. Der Platinprint zeigt zwei Kinder aus Cuzco, die sich an den Händen halten. Ich erkundigte mich (bei Hamiltons) nach dem Preis des Prints, der in einer hohen Auflage von 60 Exemplaren hergestellt worden war. Es wurde eine runde Summe verlangt: 1 Million. Das gleiche Motiv hing übrigens bei einer anderen Galerie in einem Print, bei dem die Schwärzen zugelaufen waren, für 150.000 US-Dollar.

Das Beispiel steht für zwei Trends in der Fotografie auch außerhalb des Kunstmarkts: Für große Namen/ikonische Bilder wird potenziell jeder Preis bezahlt. Sie haben einen hohen Wiedererkennungswert, bieten also dem Käufer Prestige. Der zweite Punkt ist, dass Qualität vielfach kaum eine Rolle mehr spielt. Viele handwerklich versierte Fotografen können das aus ihrem täglichen Leben bestätigen.

Klassiker haben noch einen Wiedererkennungswert

Im Büro von Magnum in Paris wuselte es nur so vor berühmten Fotografen. Jene unter ihnen im Rentenalter können sich glücklich schätzen: Früher haben sie mit ihren Reportagen sehr gut verdient. Jetzt, wo aus Altersgründen und aufgrund des Niedergangs des Editorials diese Arbeit fehlt, leben sie von den Printverkäufen auf dem Kunstmarkt. Aber was wird aus jenen, die jünger sind?

Und was machen Sie, um den Wert Ihrer Arbeit zu sichern und auch in Zukunft noch Aufträge zu bekommen? Die Haltung „wird schon werden“ hilft leider nicht weiter. Sie sind geradezu gezwungen, sich einen Namen zu machen, herauszuragen aus der Masse an verfügbaren Fotografinnen und Fotografen. Und das geht nur, indem Sie etwas anbieten, das alle spannend finden und veröffentlichen wollen, wie zum Beispiel ein freies Projekt. In meinem Buch „Fotopraxis mit Perspektive“ finden Sie 16 ganz unterschiedliche Beispiele, die Ihnen zeigen, wie es gehen kann. Die andere Option ist, zum Experten zu werden auf einem Gebiet, bei dem Sie fotografische mit außerfotografischen Fachkenntnissen kombinieren. Falls Sie selbst nicht herausfinden, welcher Weg für Sie der passende ist: Hauptberuflich berate ich Fotografierende, um sie genau dabei zu unterstützen, ihre Talente und biografischen Erfahrungen zu nutzen, um mit dem erfolgreich zu sein, was wir lieben – der Fotografie. Sprechen Sie mich an.