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Fotografin werden – Traumberuf finden

Auch wenn ich sonst nicht dazu neige, Unterschiede zwischen Fotografinnen und Fotografen herauszustellen, möchte ich hier in Bezug auf den Traumberuf einmal auf die möglichen Besonderheiten weiblicher Berufs- und Ausbildungswege eingehen.
Inzwischen sind mehr als die Hälfte aller Auszubildenden und Berufsstarter junge Frauen. Man sagt, das sei so, weil die Fotografie inzwischen zu den schlecht bezahlten Berufen gehöre. Das mag stimmen und ist doch nicht richtig. Zum einen, weil damit die geringere Bezahlung von Frauen einmal mehr festgeschrieben und für „normal“ erklärt wird. Zum anderen, weil die Fotografie auch im 21. Jahrhundert noch ungeheuer gute Verdienstchancen bietet. Aber eben nur, wenn man in die Selbstständigkeit geht und ehrgeizig ist. Dann kann sie ein wahrer Traumberuf sein: Man kann sich seine Zeit einteilen, ist der eigene Chef und übt eine qualifizierte kreative und kommunikative Tätigkeit aus.

Eine Ausbildung im Handwerk klingt erst einmal gut. Davon möchte ich aber abraten. Warum?

  • Der handwerkliche Aspekt der Fotografie wird immer bedeutungsloser.
  • Die Arbeit in einem Porträtstudio beispielsweise ist stereotyp. Später muss man flexibel mit Situationen und Anforderungen umgehen. Das lernt man dort nicht.
  • Man kann sich wahrscheinlich nicht ausprobieren, um festzustellen, was/welcher fotografische Bereich einem am meisten liegt.

Je jünger man ist, desto besser ist es, eine schulische Ausbildung zu absolvieren. Das kann auch ein Lehrgang sein oder ein Studium. Gut, wenn es einer breitere mediale Qualifikation ermöglicht. Vielleicht weiß man ja im Moment noch gar nicht so genau, ob man später lieber angestellt oder freiberuflich arbeiten möchte.

Traumberuf mit finanziellen Risiken

Das ist die wichtigste Unterscheidung! Man sollte sich klar machen, ob man mehr der sicherheitsbewusste Typ ist oder auch bereit ist, in finanziell unsicheren Verhältnissen zu leben. Sind die eigenen Eltern oder andere Vorbilder Selbstständige, wird das leichter fallen. Sind sie Angestellte, werden sie eher darauf pochen, dass sich auch das Kind in gesicherten beruflichen Bahnen bewegt. Mit anderen Worten: Wenn man aus seinem Umfeld keine Unterstützung dafür bekommt, „nach Berlin zu gehen und Künstler“ zu werden – um es auf die Spitze zu treiben – wird man es schwer haben. Vor allem mit sich selbst. Das Hadern mit sich ruiniert den schönsten Traumberuf.

Stimmt das Umfeld?

Das größte Problem ist stets das eigene Denken und die Abhängigkeit vom Umfeld. Studiert eine Freundin, wird man das auch in Betracht ziehen. Versuchen Sie immer, sich gegenseitig zu bestätigen, die nächst höhere Ausbildungsmöglichkeit zu ergreifen! Klar ist es attraktiv, sogleich eigenes Geld zu verdienen, aber später haben Sie vielleicht keine Gelegenheit mehr, sich zu qualifizieren. Speziell auf Frauen kommt das Thema Familienplanung doch mit einer gewissen Verfallsfrist zu, was bei Männern nicht automatisch der Fall ist. Sind die eigenen Kinder aus dem Haus, müssen Sie sich womöglich um die alten Eltern kümmern beziehungsweise haben Familienmitglieder oder Freunde, die Ihrer Fürsorge bedürfen. Nutzen Sie also jede Chance, etwas für sich und Ihre Bildung zu tun, so lange Sie noch die freie Wahl haben.

Nicht im „gemütlichen Elend“ einrichten, bitte!

In meiner Beratungspraxis ermutigte ich mehr als einmal eine Fotografin, die schon sehr lange als Assistentin arbeitete. Grund ist auch wieder dieser tief verwurzelte Fürsorgemodus: Man will denjenigen, von dem man viel gelernt hat, nicht „im Stich“ lassen. Stattdessen richtet man sich in der Unbequemlichkeit gemütlich ein. „Das gemütliche Elend“, nannte das mal eine Psychologin. Sehr treffend! Es geht einem ja nicht schlecht dabei – aber auch nicht gut. Und das ist das Wichtigste im Leben: Es sich so einzurichten, dass man sich nicht (allzusehr) einschränkt, seine Ideen verwirklichen kann und innerlich einen Zustand erreicht von Zufriedenheit.

Erfolg findet innerlich statt

Erfolg ist etwas Individuelles, Innerliches. Man darf Erfolg nicht mit Geld oder Statussymbolen verwechseln. Da tritt dann nämlich speziell für Frauen die Regel ein: Es gibt immer welche, die dünner und die reicher sind. Also gar nicht erst mit dem Vergleichen anfangen!

Als freiberufliche Fotografin haben Sie die Wahl, für welche Kunden Sie arbeiten möchten und wie viel Zeit Sie investieren. Wie man seine Traumkunden findet und sich in diesem ja keineswegs leichten Markt angstfrei bewegt, erkläre ich Ihnen. Das ist nicht so schwierig. Mein wichtiger Rat: Orientieren Sie sich nicht an Kollegen! Warum das nicht gut für Sie ist, erkläre ich in einem anderen Beitrag.

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