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Gibt es Fotografen, die nachfragen?

Wie gehen wir mit Anfragen um – solchen, die wir selbst stellen oder bekommen? Oft genug geben wir uns Mühe mit der Anfrage oder Antwort und wenn dann nichts passiert, legen wir die Sache bereits ad acta. Mir geht das selbst nicht anders. Zum Glück wollen die meisten, die mich anfragen, ernsthaft eine Beratung buchen. Aber es gibt natürlich auch Anfragen, bei denen schreibe ich nett zurück und es passiert gar nichts. Kann sich derjenige nicht entschließen oder es sich momentan finanziell nicht leisten? Ich werde es nicht erfahren, denn ich frage nicht nach. Meistens hat es sicherlich nichts mit mir oder mit den Terminen oder dem Honorar zu tun, sondern der Anfragende hat es schlicht wieder vergessen! Kennt man doch bei sich selbst: Man kann seine Aufmerksamkeit nicht auf alles zugleich richten, sondern setzt Prioritäten. An einem Tag ist man entschlossen, endlich etwas für sein Business tun zu müssen. Kurz darauf kommt ein Auftrag und schon tritt das langfristig bestehende Problem mit dem Selbstmarketing in den Hintergrund.

Tipp: Gar nicht erst denken, die wollen mich nicht. Seien Sie nicht egozentrisch, wenn es um Ihr Geschäft geht. Fassen Sie nach! Es gibt eine 50/50-Chance, dass der Angefragte froh ist, von Ihnen zu hören. Aber bitte achten Sie darauf, wie Sie formulieren! Haben Sie Ihrem Wunschkunden eine Email geschrieben und (was normal ist) keine Antwort bekommen, dann rufen Sie nach drei oder vier Tagen an. Ich empfehle, dies am Ende der Woche zu tun, keinesfalls montags oder dienstags, wenn alle hektisch sind. Was sagen Sie? „Haben Sie meine Email bekommen?“ Falsche Frage! Was soll der andere darauf sagen? „Nein“? „Ja, aber hat mich nicht interessiert“? So kann man peinliche Situationen vorprogrammieren.

Was also sagen Sie? „Ich habe Ihnen vor drei Tagen eine Email mit [Beschreibung] geschickt und möchte nachfragen, ob ich Ihnen in der kommenden Woche meine Arbeiten persönlich zeigen darf.“ Denken Sie daran, einen möglichst konkreten Zeitpunkt zu nennen: „… kommenden Donnerstag bin ich in Hamburg und würde mich freuen …“ Dann  kann sich der Angefragte auch professionell dazu verhalten und zu oder absagen oder einen alternativen Termin vorschlagen.

Tipp: Bleiben Sie dran. Fragen Sie bei jeder Gelegenheit, was Ihr Gegenüber gerne sehen würde beziehungsweise, ob das, was Sie anbieten, momentan von Interesse ist – oder vielleicht später? Finden Sie heraus, für welche Probleme Sie die Lösung anbieten können! Fassen Sie nach. Wenn Sie nicht auf sich aufmerksam machen, wer soll es dann tun?

 

1 Kommentar

  1. Ja, es gibt Fotografen, die nachfragen! Zugegebenermaßen gelingt es uns auch nicht immer – nur allzuleicht gehen solche wichtigen Dinge immer Tagesgeschäft unter. Aber es ist eigentlich lebenswichtig zu erfahren, warum zum Beispiel ein Angebot, das eine Agenturpartner angefordert hat, nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat. Dabei erfährt man mitunter superspannende Details, z.B. dass der Job schlicht verschoben wurde und es Sinn hat, sich in vier Wochen noch einmal zu melden. Oder dass man gegen den Hausfotografen des Kunden einfach keine Schnitte hatte. Oder, dass ein Kollege, der sich noch ein bißchen präziser für den Job aufgestellt hat als man selbst, den Job bekommen hat, obwohl der deutlich teurer angeboten hat.
    Daraus kann man lernen, Verbesserungen ableiten und sein Business verfeinern.
    Jede Nachfrage ist auch ein erneuter Kontakt und damit eine neue Chance.
    Christian

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