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Wie Fotografen Unternehmen von sich überzeugen

In den individuellen Beratungen bespreche ich mit allen, wie sie ihr Profil schärfen können. Dazu gehört immer, sich zu überlegen, für wen man arbeiten möchte. Oft werde ich dann gefragt, wie man auf potenzielle neue Kunden zugehen sollte. Dass alle alten Methoden wie Kaltakquise, ungefragte Newsletter und Mappentour passé sind, ist Ihnen ja klar. (Oder??? Bitte besuchen eines meiner Tagesseminare zum Umdenken!) Ich rate immer dazu, sich eine kleine Liste zu erstellen mit Firmen, die man gezielt ansprechen möchte. Dazu benötigt man möglichst gute Informationen über das Unternehmen. Warum?

Weil Sie nicht die Fotos aus Ihrem Portfolio anpreisen sollen! Sie sind kein Fotoverkäufer, sondern Experte in Sachen Bild. (Die „Mappe“ dient als Bildbeweis Ihrer handwerklichen Fähigkeiten, Erfahrung und Kreativität – und als Grundlage für die Unterhaltung mit dem potenziellen Auftraggeber.) Sie bieten Ihre Kompetenz in der fotografischen Umsetzung von unternehmerischen Belangen an. Dabei ist natürlich die Firmenphilosophie zu beachten. Daher müssen Sie diese wenigstens ansatzweise kennen. Und da habe ich eine Idee, wie Sie ganz schnell rausfinden, wie ein Unternehmen „tickt“.

Gucken Sie sich die Unternehmensseiten an, die für Jobsuchende angelegt werden! Diese Unterseiten heißen beispielsweise „Karriere“ oder „Jobs“ und „Über uns“, bei einigen Firmen finden Sie dort erstaunlich genaue Angaben darüber, wie das Unternehmen sich sieht und was es von Bewerbern erwartet.

Sie sind kein Bewerber?

Sie wollten weder Praktikum noch Festanstellung? Und überhaupt sei für Sie ja das Marketing und nicht die Personalabteilung zuständig? Denken Sie im Ernst, das mache inhaltlich einen Unterschied? Wenn beispielsweise Caren Parkin, Personalchefin bei Adidas, bei jedem Bewerber eine Leidenschaft für Sport voraussetzt und „Individualität und Originalität erkennen“ möchte, dann gilt das sicherlich für kreative Freie erst recht. Als No-Go nennt sie übrigens „Die falschen Schuhe. Es wäre respektlos unserem Unternehmen gegenüber, etwas von der Konkurrenz zu tragen.“ (Ich sag ja immer: Zum Kunden besser in wertigen klassischen Lederschuhen – passend zum angestrebten Tagessatz!)
Eine der Geschäftsführerinnen der Seidensticker-Gruppe (Bielefeld) weist in einem Magazinartikel darauf hin, dass sie immer Rückmeldung darüber bekommt, wie sich jemand am Empfang oder auf dem Weg zum Meeting verhält – positiv wie negativ. Nutzen Sie also jeden Kontakt im Unternehmen, um freundlich und kompetent zu erscheinen!

Seien Sie mutig. Nutzen Sie Ihr Wissen, wenn Sie als Fotograf überzeugen wollen!
Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich per Video vorzustellen? Und daran, dass es womöglich besser ist, zuerst zu sagen, warum man unbedingt für das Unternehmen tätig werden möchte als nur von sich zu sprechen oder zu schreiben?

Mein Tipp lautet zusammengefasst: Sehen Sie sich selbst als Bewerber. Nutzen Sie die Stellen-/Karriere-Informationen des Unternehmens, für das Sie tätig werden möchten. Mit diesem Wissen können Sie Fettnäpfchen umgehen und sichern sich einen Know-how-Vorsprung vor Fotografen, die meinen, gute Fotos zu machen würde reichen, um den Job zu bekommen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen Martina Mettner