Suche
Suche Menü

Wie Fotografen Werbeagenturen akquirieren

Geht das überhaupt? Man sollte besser davon sprechen, eine Businessbeziehung zu einer Agentur aufzubauen. Dabei muss man zunächst bedenken, dass bekannte Agenturen in der Regel mit den Spitzentalenten der Branche arbeiten wollen. Neben den international agierenden Agenturen gibt es aber viele kleinere und solche, die nicht für die großen Markenartikler arbeiten, sondern für den Mittelstand. Um Erfahrungen zu sammeln, sollte man sich erst einmal auf solche, eher regional ausgerichtete Werbeagenturen konzentrieren.

Die wichtigsten Teams in Agenturen verbergen sich hinter den Begriffen Accountant, Strategy, Media, Project Management. Die für Fotografinnen und Fotografen wohl relevantesten Abteilungen sind „Creative“, also Art Director und Creative Director sowie Produktion, pardon, „Production“: Art Buyer, Art Producer und Print Producer.

Der Auswahlprozess läuft in großen Agenturen inzwischen so, dass man 30 Fotografen anfragt, von denen drei bis fünf ausgewählt werden. (Die Chance, den Job NICHT zu bekommen, ist mithin sehr groß!) Dem Kunden werden dann drei Fotografen präsentiert. Und natürlich arbeiten ALLE am liebsten mit verlässlichen Fotografen, die sie schon von vorherigen Jobs kennen.

Wie kann man da reinkommen? Sicher nicht mit Arbeiten, wie sie alle anderen auch haben, sondern mit einem persönlichen Projekt, das auffällt, auf english: „Passion Project“ (Fotografie mit Leidenschaft eben!) oder „Personal Project“.

Eine regelmäßige Eigenwerbung per Email hilft zudem, den eigenen Namen bekannt zu machen. Die Betonung liegt hier auf „regelmäßig“ – alle zwei Monate. Was bei solch einer Aussendung zu beachten ist, war Thema des Oktober-Newsletters. Hier sei noch angefügt, dass im Betreff ein werbeagenturmäßiges Genre stehen sollte wie Still, Transportation, Fashion, People. Natürlich nicht solo, sondern in feinstem Denglisch neugierig machend, wie z.B. „Personal Project von People Fotograf aus Peine“ oder „Crazy: Stills in schreienden Farben“.

Viel Erfolg bei der Anbahnung einer lukrativen Geschäftsbeziehung!

Nachtrag am 5.12.2013: Gerade ein Ranking der am meisten für Kampagnen gebuchten Fotografen gefunden. Als Hintergrund-Info ganz interessant.

7 Kommentare

  1. Hallo,
    ein hilfreicher Aspekt kann auch hier Spezialisierung und „gemeinsames Fach“ sein. Es ist als Fotograf sehr viel leichter, schnell in eine echte Beziehung zu einer Agentur zu treten, wenn beide Partner sich auf dem gleichen Gebiet spezialisiert haben. Und wenn der Fotograf nachdrücklich und nachweislich zeigen kann, dass er Outdoor kann, oder Extremsport, Mitarbeiterkommunikation, heavy Industrie oder was auch immer – dann ist man schnell mit jemandem im Gespräch, für den das genauso Thema oder sogar gelebte Leidenschaft ist. Es gibt zu viele Fotografen, die alles anbieten und damit profillos bleiben.

    VG
    Christian Ahrens

  2. Was ich schwierig finde:
    Es gibt tausende von kleinen kleinen Argenturen.
    Viele von diesen buchen nie Fotografen, in manchen fotografiert immer der Firmeninhaber mit.
    Ich denke, wer hier ohne vorherige persöniche Kontakte Erfolg haben möchte, muss schon sehr viele durchtelefonieren, um vorzuchecken, welche interessant sein könnten.
    Bloß: Gibt es Anhaltspunkte, wie sich vorsortieren lässt, welche Agenturen überhaupt tegelmäßig Fotografen buchen? Selbst die Websiten geben da oft nur bedingt Auskunft.
    Würdest Du es z.B. auch bei kleineren Agenturen erst ab einer bestimmten Agenturgröße probieren, und wie lassen sich diese finden?

    • Agenturen, Namen und mögliche Anknüpfungspunkte für den Erstkontakt findet man z.B. indem man die einschlägigen Branchendienste verfolgt wie „Werben & Verkaufen“ (wuv.de) oder Horizont.net.

      • Danke für die Antwort. Mein Eindruck (habe sie aber nur über FAacebook abonniert) war immer, dass es bei W&V sowie Horizont auhc vor allem um die 15 größten Agenturen geht (zu denen dann wohl auch alle Fotografen gehen, die ne größere Runde machen) und die wirklich kleineren Agenturen dort so gut wie gar nicht vorkommen.
        Sehe ich das falsch? Ist das für die Print-Ausgaben anders?

        • Ich habe die Print-Ausgabe nicht abonniert, sondern gucke auf die Websites. Das Wichtigste ist, dass man erst einmal konkret überlegt, wenn man als Kunden haben möchte! Das ist ja nicht per se die Agentur, sondern sind deren Auftraggeber. Dann guckt man oder erkundigt sich, welche Agentur der gewünschte Auftraggeber hat und bekommt so ein Gefühl dafür, welche Agenturen in Frage kommen. Man sollte auch einfach mal regional suchen oder 🙂 selbst googeln! Dann kommt man z.B, auf: http://www.werbeagentur.de/agentur-suchanfrage Da simuliert man dann die Position des potenziellen Auftraggebers. Ein bisschen Mühe und Fantasie muss man schon investieren! Viel Erfolg!

    • Die Figur ist ja super goldig! Das ist aber auch ein Super-Ego-Trip! Und so großartig wie das im Video aussieht: Ob finanzieller und manueller Aufwand in einer Relation zum Ergebnis stehen? Ich habe begründete Zweifel, bewundere aber die Initiative des Fotografen. Danke für den Link!!

Kommentare sind geschlossen.